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FTS, FTF und AMR verständlich erklärt

FTS steht für fahrerloses Transportsystem. Das einzelne Fahrzeug heißt FTF (fahrerloses Transportfahrzeug), auf Englisch AGV. AMR steht für autonomen mobilen Roboter. Für die Auswahl zählen die tatsächlichen Funktionen stärker als das Etikett.

AMR Consultants · Autor: Henry Miller · Beitragsdatum

Was bedeuten die Begriffe?

Begriffe der mobilen Intralogistik
BegriffBedeutungPraktische Einordnung
AMRAutonomer mobiler Roboter (englisch: Autonomous Mobile Robot)Betont eigenständige Wahrnehmung und Navigation innerhalb freigegebener Bereiche.
AGVAutomated Guided VehicleEnglischer Begriff für das einzelne fahrerlose Transportfahrzeug (FTF). Im deutschen Kontext wird das Gesamtsystem als FTS bezeichnet.
FTFFahrerloses TransportfahrzeugDas einzelne Fahrzeug, das im Vergleich zum AMR wesentlich starrer vorgegebenen Routen folgt und nur begrenzt eigenständig ausweichen kann.
FTSFahrerloses TransportsystemGesamtsystem aus Fahrzeugen, Steuerung, Infrastruktur und organisatorischer Einbindung.

Die Grenzen sind in Produktbezeichnungen fließend. Moderne fahrerlose Transportfahrzeuge können ebenfalls sensorbasiert navigieren. Die pauschale Aussage „FTF folgt immer einer Linie, AMR kann überall fahren“ ist deshalb keine verlässliche Beschaffungsgrundlage.

Was übernimmt das Fahrzeug, was die Flottensteuerung?

Transportbedarf gelangt über App, Taster, Sensor oder ERP an den Flottenmanager; ein passendes Fahrzeug führt den Auftrag aus.
Schematische Aufgabenverteilung zwischen Prozess, Flotte und Fahrzeug.

Das Fahrzeug setzt Bewegungen und Lastaufnahme um und verfügt über seine eigenen Sicherheitsfunktionen. Eine Flottensteuerung betrachtet mehrere Fahrzeuge: Welche Aufgabe ist dringlich, welches Fahrzeug ist geeignet und wo müssen gemeinsame Wege koordiniert werden?

Eine übergeordnete Plattform ersetzt daher nicht automatisch die Navigation oder sicherheitsbezogene Steuerung des Roboters. Schnittstellen und Verantwortlichkeiten müssen im Projekt vereinbart werden.

Welche Fahrzeugklassen gibt es?

  • Unterfahrroboter: transportieren geeignete Wagen oder Aufbauten. Die mechanische Schnittstelle ist entscheidend.
  • Palettentransporter: bewegen Paletten zwischen definierten Übergabepunkten. Lastträger und Aufnahmehöhe müssen passen.
  • Autonome Stapler: übernehmen Transport- und Hubaufgaben. Hubhöhe, Lastschwerpunkt und Übergabegenauigkeit beeinflussen die Auswahl.
  • Schlepper: ziehen Anhänger oder Routenzüge. Fahrweg und Kurvenradius betreffen den gesamten Zug.
  • Kleinlastroboter: liefern Behälter, Teile oder Material in geeigneten Umgebungen.

Was sollte ein mittelständisches Unternehmen zuerst festlegen?

Beginnen Sie mit dem Materialfluss: Was wird von wo nach wo transportiert, wann entsteht der Bedarf und wie erfolgt die Übergabe? Erst danach folgen Fahrzeug und Software. Ein Robotermodell allein ist noch keine funktionierende Automatisierung.

Dokumentieren Sie Lastträger, Spitzendurchsatz, Boden, Türen, Mischverkehr, Schichten und Störfälle. Lassen Sie den kritischen Ablauf am tatsächlichen Standort vorführen. Die wichtigsten Anwendungsfälle helfen bei der Eingrenzung.

Quellen & Einordnung

Prüfstand: 18. September 2026. Herstellerinformationen sind Anbieterbeschreibungen. Die redaktionelle Empfehlung ist kein unabhängiger Produkttest.

  1. VDA: Kommunikationsschnittstelle VDA 5050Offizielle Beschreibung und Spezifikationen der Schnittstelle.
  2. VDA: Version 3.0 of VDA 5050 releasedVeröffentlichung der Version 3.0 im April 2026.
  3. Linde Material Handling: Automatisierte FahrzeugeMATIC-Produktfamilie mit unterschiedlichen Fahrzeugklassen.
  4. Mobile Industrial Robots: Produkte und SoftwareMiR-Roboter, Aufbauten und die zugehörige Softwarefamilie.

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